Trauer braucht Wärme
Klang als Brücke in Zeiten von Verlust, Abschied und Lebensumbrüchen
mit Kordula Johanna Schmid & Ulrike Braak
Trauer ist nicht auf den Tod eines Menschen begrenzt. Sie begegnet uns in vielen Übergängen und Verlusterfahrungen des Lebens – manchmal deutlich spürbar, manchmal leise und über lange Zeit hinweg. Gerade im Alltag und im höheren Lebensalter gibt es immer wieder Trauerprozesse, die nicht unbedingt als solche erkannt oder benannt werden und dennoch das innere Erleben und Wohlbefinden deutlich beeinflussen können.
Neben dem Verlust eines Menschen oder eines geliebten Tieres können beispielsweise Veränderungen der Gesundheit, körperliche Einschränkungen, der Verlust beruflicher oder familiärer Rollen, Abschiede aus Beruf und Familie, Veränderungen in Beziehungen, das Verlassen vertrauter Orte oder das Loslassen von Lebensplänen und Zukunftsbildern Trauer auslösen.
Solche Erfahrungen stehen selten für sich allein. Häufig treten mehrere Veränderungen gleichzeitig oder nacheinander auf und erfordern immer wieder Anpassung und innere Neuorientierung. Werden Trauerprozesse über lange Zeit nicht wahrgenommen oder finden keinen Raum, können sie sich auch auf das körperliche und seelische Wohlbefinden auswirken und beispielsweise Erschöpfung, Burnout oder depressive Entwicklungen begünstigen.
Für den individuellen Wandlungsprozess braucht es Raum, Verständnis und eine behutsame Begleitung – ohne zu drängen, zu bewerten oder vorschnell zu vertrösten.
In diesem Seminar wird Trauer als natürliche Reaktion auf Verlust und Veränderung verstanden. Sie kann sich emotional, körperlich und kognitiv zeigen. Unruhe, Rückzug bis hin zur Einsamkeit, Erschöpfung oder ein Gefühl von Orientierungslosigkeit können ebenso Ausdruck von Trauer sein wie bewusste Traurigkeit oder Sprachlosigkeit.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese Prozesse wahrgenommen, gehalten und begleitet werden können, ohne sie zu beschleunigen oder zu übergehen. Es geht um einen respektvollen Umgang mit den individuellen Reaktionen, die Teil von Verarbeitung und Integration sein können.
In dieser Fortbildung erfahren Sie, wie Sie Menschen unter Einbeziehung von Klang auf ihrem ganz persönlichen Weg durch die Trauer begleiten können. Sie lernen, wie die Klänge der Klangschalen Sicherheit und Wärme vermitteln, Übergänge unterstützen und dabei helfen können, Schritt für Schritt wieder Verbindung zu sich selbst und zum eigenen Umfeld zu finden und neue Perspektiven entstehen zu lassen.
Der Klang ersetzt dabei keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Verlust. Vielmehr kann er Trauerprozesse auf einer körperlich-sinnlichen Ebene begleiten und zu einer Brücke werden – in eine veränderte Lebenswirklichkeit, in der das Verlorene fehlt und zugleich Neues seinen Platz finden darf.
Voraussetzungen:Klangmassage I+II
Seminarleiter:Kordula Johanna Schmid & Ulrike Braak
Seminarort:Peter Hess® Seminarhäuser Weilrod oder Schweringen
Umfang:16 Stunden
Kursgebühr:420,00 €
- Trauer als Emotion wahrnehmen
- Einlassen auf den Trauerprozess
- Kenntnisse über die einzelnen Trauerphasen
- Den Klang als Brücke verstehen
- Erlernen gezielter Klangangebote für Trauernde
- Hintergrundwissen und Anwendungen von Ritualen
- Grenzen und Kontraindikationen
- Klangelemente zur Stabilisierung, Selbstsicherheit, Selbstwirksamkeit, Selbstwahrnehmung
- Was uns in der Klangarbeit unter Umständen an Reaktionen erwarten kann Flashbacks, Dissoziationen) und Umgang damit
